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Burgruine Grünenberg Melchnau |
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Versammlung 1951 |
Einladung und Bericht |
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Mit dieser Postkarte lud der Historische Verein des Kantons Bern zur Jahresversammlung 1951 nach Melchnau ein. |
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H I S T O R I S C H E R V E R E I N D E S K A N T O N S B E R N |
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J A H R E S V E R S A M M L U N G 7.30 Abfahrt
in Bern-Transit. Fahrt mit Postautos über Sumiswald-Huttwil
nach Melchnau. |
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Die Anmeldekarte wird bis Dienstag, den 19. Juni 1951, zurückerbeten. Rechtzeitige Anmeldung ist notwendig, damit die Wagen bestellt werden können! |
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Nach der Jahresversammlung des Historischen Vereins des Kantons Bern erschien ein Bericht in der Zeitung mit dem Titel «Die bernischen Geschichtsfreunde im Oberaargau». [Quellenangabe fehlt.] |
Die bernischen Geschichtsfreunde im OberaargauBesichtigung der Ausgrabungen auf Grünenberg und St. Urbans. (fk.-korr.). Eine
stattliche Autokarawane der PTT.-Verwaltung führte am
Sonntag früh die bernischen Geschichtsfreunde in
genußreicher Fahrt über Worb, Biglen, Obergoldbach
vorbei an den heinzenbewehrten1
Hängen des Emmentals nach Sumiswald, Eriswil, Huttwil ins
oberaargauische Melchnau zur diesjährigen Jahresversammlung
des Historischen Vereins des Kantons Bern. Zunächst nahm die
stattliche Schar, welche hier noch durch die Jünger Klios2
aus dem Oberaargau verstärkt wurde, den die schmucke
Ortschaft überhöhenden Schlossberg in Angriff. Herr
W y s s (Herzogenbuchsee), ein kundiger
Archäologe, orientierte die Geschichtsfreunde über die
Ausgrabungen auf Grünenberg, welche in den letzten Jahren
vorgenommen wurden und recht beachtliche Ergebnisse gezeitigt
haben. Durch diese Grabungen wurde einmal der sog. Palas oder
Wohnturm zu einem nicht unwesentlichen Teil freigelegt und
insbesondere die Burgkapelle, über deren einstige Existenz
man bisher lediglich durch sehr spärliche urkundliche
Hinweise unterrichtet war. Heute ist dieses während
Jahrhunderten von Schutt und Wurzelwerk überdeckte
Gotteshaus in seinen noch beträchtlichen Überresten
(Umfassungsmauern und Fußboden, Eingangstreppe) weitgehend
bloßgelegt. Der Fußboden ist mit reich ornamentierten
St. Urbaner Backsteinen belegt, welche ungefähr in die Mitte
des 13. Jahrhunderts zurückdatiert werden können. Zum
Schutz gegen die Unbilden der Witterung und andere unwillkommen
Zugriffe jahrzehntelang bildete Grünenberg für
die Bevölkerung der Umgebung ein willkommenes
Bausteinreservoir ist die Kapellenruine seit kurzem von
einer soliden Schutzhülle umgeben. Halten wir als weitere
bedeutsame Tatsache fest, daß es sich bei Grünenberg
eigentlich um 3 Burganlagen handelt: Die größte und
umfangreichste, Grünenberg, welche sich zu äußerst
auf dem Felsvorsprung erhebt, dann die sogenannte Schnabelburg,
welche in Wirklichkeit allerdings wohl nicht viel anderes als ein
Erweiterungsbau der Grünenberg war, und schließlich,
auf dem hintern Teil des Felsrückens, Langenstein. Die
Freiherren von Langenstein und Freiherren von Grünenberg
sind unter sich verwandtschaftlich eng verbunden. Den ersteren
fällt das Verdienst der Gründung des bedeutenden im
Oberaargau einst reich begütert gewesenen
Cistercienserklosters St. Urban (2. Hälfte des 12.
Jahrhunderts) zu. Bedeutender als die Langenstein waren die
Grünenberger, während Jahrhunderten das mächtigste
und führende Dynastengeschlecht im Oberaargau; seine
Schicksale umriß an der Tagung, welche der historische
Verein in der Kirche Melchnau abhielt, Sekundarlehrer
R a m s e y e r , welcher
an Hand der grundlegenden Forschungen von Dr. A. Plüß
und dem vortrefflichen Melchnauer Chronisten Jakob Käser ein
zuverläßiges Bild von diesen eigenwilligen Adligen
entwarf. Der bedeutendste und auch letzte männliche Sproß
dieses Freiherrengeschlechts war Wilhelm von Grünenberg,
welcher als besonderer Gönner des Klosters St. Urban,
erfahrener Diplomat und Mitstifter des verhängnisvollen
Bündnisses zwischen Zürich und Oesterreich (zur Zeit
des alten Zürichkrieges) in die Geschichte einging. Auch am
Einbruch der Armagnaken in unser Land soll er nicht ganz
unschuldig gewesen sein. Seine eindeutige Stellungnahme zugunsten
Oesterreichs büßte Wilhelm mit dem vorübergehenden
Verlust seiner Stammfeste Grünenberg. Ob und wie weit das
Schloss Grünenberg durch die Ereignisse des alten
Zürichkrieges Schaden gelitten hat, läßt sich
heute schwerlich nachweisen. Jedenfalls stand es um 1454 noch
aufrecht. Nach dem Tode Wilhelms (ca. 1450) gelangte der größere
Teil seiner ihm noch verblieben Güter infolge Heirat einer
Grünenbergerin mit einem von Mülinen an dieses
aargauische Geschlecht, später an die von Luternau und erst
um 1480 dann durch Kauf an Bern. 1712 diente das dem Zerfall
preisgegebene Schloss den Bernern im zweiten Villmergerkrieg noch
als willkommene Verteidigungsstellung. Noch vor 120 Jahren [also
1820] standen bedeutende Mauerstücke des stolzen
mittelalterlichen Schlosses, dessen Zinnen weit über die
heutigen Baumwipfel heraus geragt haben mögen. Schonungslos
ging das spätere pietätlose 19. Jahrhundert aber über
sie hinweg. Erst unsere Zeit vermochte diesen Denkmälern der
Vergangenheit wieder mehr Reverenz zu erweisen. |
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