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Burgruine Grünenberg Melchnau |
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Die Burgen |
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nach dem Reisführer «Bern» |
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Informieren Sie sich mit einem Text aus dem Reisführer «Bern» von Dr. Gabriele M. KNOLL, was Sie bei einem Besuch auf dem Schlossberg alles erwartet. |
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Aus dem Kapitel «Wässermatten» |
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«Zurück zur Geschichte, denn es fehlt in der Kulturlandschaft eines prosperierenden Bauernstandes und dem religiösen Zentrum St. Urban noch die weltliche Macht. Deren Zeugen sind heute leider weniger Eindrucksvoll, und man erreicht sie auf dem Schlossberg nach einem viertelstündigen Anstieg von Melchnau aus. |
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Im ausgehenden 12. Jh. trat die Familie der Freiherren von Langenstein das erstemal in Erscheinung. 1194 stifteten Ritter Ulrich und seine beiden Brüder Lütold und Werner die Kirche zu Rot und Landbesitz dem Zisterzienserorden zur Gründung des Klosters St. Urban. Ihr Stammsitz war die Burg Langenstein bei Melchnau. Dem geübten Auge entgeht auf dem Schlossberg nicht, dass dort einst zwei Burgen gestanden haben. Von der Burg Langenstein ist nicht viel mehr übrig als der bearbeitete Sandsteinfelsen, verschiedene Bauebenen, Mauerstümpfe oder eine halbe Brunnenbrüstung. Mehr blieb dagegen von der benachbarten Burg Grünenberg erhalten, auf der ein verwandter Zweig der Familie Langenstein sass. Entgegen der Möglichkeit, eine Ganerbenburg [ 1 ] zu errichten, die sich mehrere verwandte Familien teilten, zogen es die Langensteiner und Grünenberger vor, statt dessen zwei Burgen auf dem kleinen Berg zu bauen. Nach dem Stand der archäologischen Forschungen wurde Burg Grünenberg im 11.-12. Jh. erbaut. Dabei zimmerte man im Schutz einer starken Ringmauer erst einmal Wohn- und Wirtschaftsgebäude aus Holz, die rund ein Jahrhundert später durch steinerne Bauten ersetzt wurden. Die östliche wie südöstliche Befestigungsmauer ist im restaurierten bzw. rekonstruierten [ 2 ] Zustand zu sehen. Da an der südöstlichen Ecke des Burgareals das Gelände am steilsten abfällt, war dort der sicherste Standort für den Wohnbau Palas mit einer Burgkapelle. Neben der Kapelle befand sich der Brunnen; eine Zisterne, wie sie zur Wasserversorgung zahlreicher Höhenburgen genutzt wurde, war für die Grünenbergs nicht nötig. Der knapp 27 m tiefe Brunnen lieferte ihnen rund 42 l Frischwasser in der Stunde, also gut 1000 l am Tag, was für den weit geringeren Wasserverbrauch des einzelnen im Mittelalter eine respektable Menge war. Kunsthistorisch interessant ist die Ruine der Burgkapelle aus dem 13. Jh., denn ihr Fussboden wurde mit verzierten Tonplatten aus der Klosterziegelhütte von St. Urban ausgelegt. Ausgrabungen haben ergeben, dass der Kirchenraum ursprünglich in anderer Weise genutzt worden war, denn unter dem Plattenboden befinden sich noch ein älteres Bodenniveau; ausserdem wurde für die Kapelle nachträglich auch die Tür in die Mitte des Raumes versetzt [ 3 ]. Den Altarraum erhöhte man um zwei Steinreihen, seine genaue Ausrichtung nach Osten war nicht möglich, das Gelände und die ihm angepasste Burgmauer verlangten eine kleine Abweichung.» Aus: KNOLL 1996: Bern. Seite 217 bis 218. |
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Anmerkungen |
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[ 1 ] Ganerbenburg, Ganerbe (von mhd. ge-anerbt, unteilbares Erbe mehrerer Familien): Die Aussage von KNOLL, Grünenberg sei keine «Ganerbenburg», weil ja noch die Burg Langenstein da gewesen sei, stimmt wahrscheinlich so nicht. Grünenberg war in der Blütezeit des 13. und 14. Jh. mit Sicherheit von mindestens zwei Grünenberger Ritterfamilien bewohnt, verfügt daher auch über zwei Palas-Bauten. Dazu kommt eine weitere Familie auf Burg Langenstein, eine Familie auf der vermuteten «Schnabelburg» dazwischen und weitere Familien auf anderen Burgen (die Wasserburg «Binzen» bei Lörrach, Burg «Bisig» bei Madiswil, zeitweise die Schlösser Aarwangen, Gutenburg, Rothenburg). Mit knapp 90 bekannten Personen in der Zeit vom 12. bis ins 15. Jh. ist Grünenberg eine der grössten bekannten mittelalterlichen Adelsfamilien. |
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[ 2 ] Rekonstruktionen oder Restaurationen wurden auf Grünenberg praktisch keine vorgenommen, die Mauern wurden konserviert, um dem weiteren Verfall Einhalt zu gebieten. |
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[ 3 ] soll heissen: in die Mitte der nordwestlichen Schmalseite. |
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